Schwarzer Nachtschatten (Solanum nigrum)
• Herkunft: Die Pflanze ist im gesamten gemäßigten bis subtropischen Raum Europas und Asiens sowie in Teilen Nordafrikas heimisch.
• Verbreitung: Heute fast global verbreitet und auf allen bewohnten Kontinenten eingebürgert (Kosmopolit). Als typischer Kulturfolger liebt er stickstoff- und nährstoffreiche Böden. Er wächst massenhaft als Beikraut in Gärten, auf Gemüseäckern (besonders bei Hackfrüchten wie Kartoffeln und Rüben), auf Schuttplätzen, Weinbergen und an Wegrändern.
• Namen: Schwarzerbse, Nachtschatten, Giftbeere, Saukraut, Hundbeere, Teufelskirsche (ungenau, da meist für die Tollkirsche genutzt), Schweinsberle.
• Wirkstoffe: Steroidalkaloide: allen voran Solanin (auch Solamargin und Solasonin), das vor allem in den unreifen, grünen Beeren und den krautigen Teilen konzentriert ist. Saponine & Gerbstoffe: in geringeren Mengen in den Blättern enthalten.
• Bedeutung für den Menschen: Toxizität (Giftpflanze): Gilt traditionell als giftig. Der Verzehr unreifer, grüner Beeren führt zu typischen Solanin-Vergiftungen (Erbrechen, Magen-Darm-Krämpfe, Benommenheit, Atembeschwerden). Kulinarisch (Weltweit): In einigen Kulturen (z. B. in Teilen Afrikas, Mittelamerikas und Indiens) werden spezifische lokale Sorten oder die vollkommen reifen, tiefschwarzen Beeren nach speziellem Kochen als Gemüse oder Konfitüre verzehrt, da sich der Solaningehalt bei Reife stark reduziert. Für Mitteleuropa wird vom Verzehr jedoch dringend abgeraten. Medizin & Homöopathie: In der Schulmedizin heute kaum genutzt; in der Homöopathie wird Solanum nigrum bei bestimmten Nervenleiden oder Krampfzuständen angewendet.
• Besonderes: Der Kartoffel-Verwandte: der Schwarze Nachtschatten gehört zur selben Gattung (Solanum) wie die Kartoffel, die Tomate und die Aubergine. Seine Blüten sehen den Kartoffelblüten (weiß mit auffällig zusammengeschlossenen gelben Staubbeuteln) im Kleinformat verblüffend ähnlich.